„Taxi, Taxi!“, unterstützt Robert sein dollarversprechendes Winken
mit Rufen hinüber zur anderen Straßenseite, wo er ein freies kommen sieht, auf
dass es ihnen sicher sei. – Zu Fuß waren sie jetzt immerhin bereits einige
Stunden unterwegs. Durch schmale Gassen, mal links-, mal rechtsherum, über verbaute
Hinterhöfe und im tosenden Gedrängel auf Märkten. Hauptsache Verfolger
abzuschütteln galt die Devise, was Paula offensichtlich als ziemlich spannend empfindet,
zu dieser Nachtzeit Istanbuls. „Fahren Sie uns durch das Parkhaus dort drüben“,
weist sie phantasievoll dem Fahrer seinen Weg, dass es Robert nur so verblüfft.
Als wären sie beide schon ewig ein Team. „Schlaue Idee, aber ich denke,
anschließend kann er uns dann beim Hotel absetzen, jedenfalls ist mir bald
danach.“ – Paula Anderson, die Frau von Welt, nicht allein wegen ihres
Vermögens, nein, gleichviel oder eher wegen ihres Wirkens und humanitären Engagements,
wegen ihrer Beliebtheit; diese Miss Anderson, die während einer Stadtfahrt vom
Airport zum Hotel außer ihrer Geschäfte sonst nichts anderes wahrnehmen würde, hat
jetzt nur eines noch im Sinn, mit Roberts Hilfe Trumps Killern zu entkommen. Die
ihr auch nach der Flucht aus Colorado nicht mehr von den Fersen gehen wollen.
Zu krass durchkreuzt ihr eisernes ‚Nein‘ die Pläne zur Verlegung einer
Ölpipeline von Alaska über ihr Land. Dem Gebiet im San Luis Valley, was schon
Paulas Großväter als Einwanderer mit den Ute-Indianern teilten. Nicht etwa dem
Journalisten in Robert hat sie sich anvertraut, mit der spontanen Entscheidung
ihn zu seinem nächsten Job nach Nordkorea zu begleiten, sondern dem Mann, in
den sie sich Hals über Kopf verliebt hat; zum ersten Mal wieder seitdem sie
Witwe ist. – „Meinetwegen, aber bleiben wir auf der Hut!“ „Hilton!“, lässt
Robert den Taxifahrer wissen, wo die Tour endet. „Ich freue mich schon, morgen
deine Tochter kennenzulernen.“ „Die wird sich erst einmal freuen, war ich doch
bei ihr schon zum Einzelgänger abgestempelt.“ – Robert hatte mit der Agentur in
London vereinbart, einen kurzen Zwischenstopp einzulegen. Und Silke war zu
diesem Treffen von ihren Ausgrabungsarbeiten in Marokko nach Istanbul
angereist. All das zur Klärung, ob Roberts ehemaliger Kollege Fadil die
Vaterschaft am Nachwuchs Silkes anerkennen würde. – „Na, dann bin ich ja gespannt!“
– Und das könnt auch ihr sein, denn nachdem Robert sich nun den meisten Wünschen
aus der letzten Folge verschrieben hat ‘drei Fliegen mit einer Klappe‘
erledigen zu wollen, geht es endlich freitags munter weiter in der Fortsetzung von
‘ChancenPool‘. Bis dahin und frohe Weihnachten, Euer Stefan


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